Mein amateur-astronomischer Lebenslauf
  • 1951 - geboren in Berlin (West)
  • 1965, gerade 14 Jahre alt, bekam ich mein erstes Teleskop, einen Kaufhausrefraktor der Firma Quelle. Der lieferte eine ähnliche Abbildung von Sternen, wie links gezeigt. Die Sonne konnte man einigermaßen beobachten, also begann ich mit Sonnenbeobachtungen und der Bestimmung von Relativzahlen.
Das Teleskop und seine Abbildunge waren mehr als frustrierend, wenn ich nicht damals schon als Gast von Zeit zu Zeit die Wilhelm Förster Sternwarte auf dem Insulaner mit meinem Vater besuchthätte, wäre ich vielleicht gar nicht bei dem Hobby Astronomie geblieben.
 

Dort schnelle Integration ins "Team" der WFS. In der Zeit bis zu meinem Wohnortwechsel nach Hannover (1978) regelmäßige Sternwarten- und Planetariumsführungen, häufige Mitarbeit in der Werkstatt bei Bernhard Wedel und Werner Nehls (von denen ich optisch und technisch viel gelernt habe und die beide leider schon verstorben sind).
Während meiner Zeit an der Wilhelm-Förster Sternwarte (WFS):

Mitarbeit am Bau eines 6" Doppelrefraktors (erste Erfahrungen mit einem dreilinsigem Busch Immersions-Objektiv und einem Halle H-alpha Filter), eines 75 cm Spiegelteleskops und eines 50cm Sonnenteleskops. Oft Wartungsarbeiten am 12" Refraktor und der 15 Meter Kuppel der WFS. Mitorganisation und Teilnahme an der Sonnenfinsternisexpeditionen der WFS 1973 nach Mauretanien zur Messung der relativistischen Lichtablenkung im Gravitationsfeld der Sonne.

Von 1969 bis 1972 Lehre bei Siemens zum Elektromechaniker, in dieser Zeit mehrfache Teilnahme in einem Team an Jugend forscht zum Thema "Morphologische Untersuchungen an Galaxie mit Hilfe von "Äquidensiten" mit dem Abschluss zweimal zweitem Preis im Bundeswettbewerb.
 
Weiterhin während der Berliner Zeit ...
  • 1972 - nach Abschluss der Lehre bei Siemens - Absage an ein Stellenangebot als Elektromechaniker am Radioteleskop Effelsberg; Statt dessen
  • von 1972 bis 1978 Studium an der Fachhochschule in Berlin mit Abschluss Dipl.-Ing (FH)
  • In der Zeit Mitbegründer (zusammen mit Peter Völker, Rainer Beck, Heinz Hilbrecht u.v.a.) der Zeitschrift Sonne und langjähriger Redakteur (über 10 Jahre) von Sonne für Fotografie und H-alpha Beobachtungen.

1978 - nach Abschluß des Studiums - Antritt einer Stelle an der Universität Hannover als Nachfolger von Hans Mühle (einem Mitbegründer der Wilhelm Förster Sternwarte in Berlin) als Technischer Leiter der Astronomischen Station am Institut für Erdmessung.

Dort gehört zum Institut u.a. eine 5 Meter Kuppel mit einem 8" Bamberg Refraktor, Baujahr 1890. Dieser wurde von mir generalüberholt, bekam ein modernes Objektiv und wurde speziell für Sonnenbeobachtungen umgerüstet, wobei darauf geachtet wurde, den Refraktor und die Montierung in einem möglichst unveränderten Design zu erhalten (Originalschnittzeichnung von Bamberg).
Während der Modernisierung lernte ich 1979 Dieter Lichtenknecker kennen und in den folgenden Jahren bis zu seinem Tod entwickelte sich daraus eine enge Astro-Freundschaft. D. Lichtenknecker konstruierte nicht nur Teleskope und Optik, er war auch ein praktizierender Beobachter von Veränderlichen Sternen und langjähriges Mitglied der BAV.
 
1980 - mehrwöchige dienstliche Satelliten-Messkampagne in den Venezuelanischen Anden. Dort lernte ich Dr. J. Stock, einen der weltweit anerkanntesten Spezialisten für astronomische "Site Test Messungen" kennen. Er war mit verantwortlich für die Standortwahl des amerikanischen Cerro Tololo und für den ESO Standort La Silla (verstorben 2005,Nachruf).

Dort hatte ich die Möglichkeit mehrere Wochen in 3600 Meter Höhe die Instrumente des CIDA zu nutzen;

 
  • 1980 - Mitorganisation und Teilnahme an der Sonnenfinsternisexpedition der WFS nach Kenia, und
  • 1983 - Mitorganisation und Teilnahme an der Sonnenfinsternisexpedition der WFS nach Indonesien.
  • ab 1983 langjährige Leitung der Volkssternwarte Hannover als 1. Vorsitzender
  • In dieser Zeit Planung und Ausrichtung zweier großer Austellungen für die Norddeutsche Landesbank (Raumsondene erforschen das Sonnensystem und 250 Jahre Friedrich Wilhelm Herschel)
1988 bis 1990 - Planung und Wiederaufbau der Volksternwarte Hannover mit zwei Kuppeln nach mehrjähriger Schließung während umfangreicher Bauarbeiten am Wasserbehälter der Stadtwerke Hannover, auf dem die Volkssternwarte beheimatet ist.
 
Im Rahmen meiner dienstlichen Tätigkeit am Institut für Erdmessung
  • Mitarbeit- und graphische Gestaltung eines U-Bahnhofs der Stadt Hannover zum Thema Kopernikus (Station Kopernikusstraße),
  • Visualisierung der von Gauß gerechneten Planetoidenbahn von Ceres und Berechnung und Projektion dieser Bahn auf einen Kegelstumpf für das - von innen beleuchtete - Zeltdach eines alten Stadtturmes am Göttinger Hauptbahnhof zum Gedenken an Carl Friedrich Gauß.
1993 - intensive Kontakte zum Hohen List (Prof. Dr. Geyer und Dr. J. Schumann) und seit 1995 intensive Zusammenarbeit mit mehreren großen Astrofirmen in der Bundesrepublik (u.a. Konstruktion und Bau von 6 großen Schaer Refraktoren 200/3000 mm).

Eine sehr schöne und informative Zusammenstellung zu dem optischen- und mechanischen Design von Schaer- oder auch Faltrefraktoren genannt - gibt dieses pdf-file von Wolfgang Sorgenfrey und Hubert Hermelingmeier. Mit bestem Dank an die beiden Autoren für die Genehmigung diese Datei hier im Download anbieten zu dürfen.
  • 1993 bis 1995 - komplette Restaurierung eines 165 mm Steinheil Refraktor, Baujahr 1873 im Privatauftrag. Ein Großteil der Montierung und das komplette Stativ wurden nach Originalzeichnungen aus dem Hause Steinheil komplett neu, bzw. nachgebaut. Das Originalobjektiv wurde bei Zeiss Jena generalüberholt, gereinigt und neu zentriert. Arbeitsaufwand ca. 700 Stunden. Hier einige Bilder und eine kurze Beschreibung.
  • 1997 - erster Astrourlaub in Namibia und danch kontinuierlich fortlaufend fast jährlich,
  • 1998 - Publikation (zusammen mit Thomas Baader) der 1. Auflage des SuW Taschenbuches Tipps + Tricks,
  • 1998 lernte ich in Namibia Doris Unbehaun kennen. Seit dieser Zeit intensive Mitarbeit bei der Website Astronomie.de und dort zuständig als Redakteur für mehrere technische Breiche,
  • 2000 - Wiederentdeckung eines "verlorenen Planetoiden" (die ganze Geschichte hier). Dadurch Reaktivierung eines alten Berliner Kontaktes zu Dr. Lutz Schmadel vom astronomischen Recheninstitut Heidelberg und kurz danch auf Vorschlag von Dr. L. Schmadel (ARI) die Ehre einer Planetoidenbenennung (9700 = Paech).
  • 2000 - Erscheinen der zweiten Auflage von Tipps+Tricks. Weiterhin Mitarbeit beim "Handbuch für Sonnenbeobachter" (englische Ausgabe) und des SuW Taschenbuches für Sonnenbeobachtung (Kapitel über Teleskop,-Filter- und fotografische Beobachtungstechnik),
  • seit 2001 Koordination von Lektoren für "Nordlicht und Sterne" Themenreisen der Hurtigruten Schiffe entlang der norwegischen Küste (vier bis 6 Reisen/Jahr) in Zusammenarbeit mit Astronomie.de.
  • 2003 - Aufbau und Inbetriebnahme zweier Schiebedachhütten und Instrumente in Namibia auf der Farm Tivoli für Doris Unbehaun und für mich,
  • ebenfalls 2003 - Aufbau einer 2.6 Meter Baader Kuppel für Michael Busse in Hannover,
  • ebenfalls 2003 - Konstruktion und Bau eines 90mm Sonnenteleskops mit Coronadofilter für die Volkssternwarte Hannover,
  • 2004 - Aufbau und Inbetriebnahme einer kompletten Sternwarte auf der Farm Rooisand/Namibia
  • 2004 - Zusammen mit Doris Unbehaun und Familien "Expedition" nach Santurin zur Beobachtung des Venustransits
  • 2005 - Zusammenarbeit (im Rahmen des Inst. für Erdmessung) mit Dr. L. Schmadel (astronomisches Rechenzentrum Heidelberg) zur "Rettung" und Digitalisierung einiger Hundert Platten des Palomar/Leiden Surveys. Erste Vorstudien und Planungen zum Projekt (Projektabschluss war 2006).
  • 2006 - Restarbeiten auf der Namibischen Astrofarm Rooisand und Aufbau und Inbetriebnahme eines 14" Hypergraphen in der Schweiz.
  • Herbst 2007 - Demontage eines 400mm Cassegrain Teleskops und einer schweren Knicksäulenmontierung der Firma Beck/Ealing und der kompletten 4.5m Kuppel der TU Berlin
.Das Teleskop/Montierung wird modernisiert und wird um eine 300mm Flatfieldkamera erweitert und soll auf der Astrofarm Rooisand in Namibia wieder aufgebaut werden.

  • 2007 und 2009 - längere Aufenthalte in Namibia zur Erstellung von Mond - und Planetenaufnahmen.
Mond 2007
Planeten 2007 und
Mond 2009

Aus den Mondaufnahmen resultierend im November 2010 ...


  • ... November 2010 - Publikation eines fotografischen Mondatlas in Zusammenarbeit mit Alan Chu (Honkonk) und Mario Weigand (Deutschland)
http://www.oculum.de/oculum/titel.asp?ID=3008201111175461&Nr=53

  • ... Frühjahr 2011 - Kooperation zwischen der Hochschule Ostwestfalen-Lippe (Prof. J. Berlemann), K. Eickmeier und W. Paech zum Aufbau und Betrieb eines Remote betriebenes Teleskop in Südfrankreich (Moydans), Observatorium Baronnies Provençales..Primärteleskop ist ein 7" TMB Refraktor mit Bildfeldebenung, SBIG ST 11000 mit Filterrad und vorgeschalteter adaptiver Optik auf einer Paramount ME Montierung
pdf-download eines Vortrages von J. Berlemann zum Projekt
  • Frühjahr/Sommer 2011 - Reaktivierung meiner Sonnenbeobachtungen und Beginn des Aufbaus einer sehr umfangreichen Website zur Amateur Sonnenbeobachtung und zur Dokumentation des 24. Sonnenzyklus, zusammen mit D. Lucius und anderen.
http://www.sonne-zyklus24.de

  • ... am 01.01.2012 Eintritt in die Freistellungsphase meiner Altersteilzeit.
Mehr Zeit für die Amateurastronomie ? Mehr Zeit für Nordlich + Sterne Reisen ?

We will see :-)
  • Frühjahr, Sommer 2012 - Beginn des Projektes Onjala in Namibia.
Die Gästelodge Onjala wird zum Frühjahr 2013 ein kleines astronomisches Zentrum bekommen. Für die Lodge und den normalen Lodgebetrieb wird eine 4m Kuppel aufgestellt werden, in der das alte Rooisand Instrument stehen wird (AP GTO 1200 + Celestron C14 + Zeiss 6" APQ Refraktor, Rooisand selbst wird vorraussichtlich, ebenfalls 2013 ein neues Instrument bekommen).

Parallel dazu wird für W. Paech eine kleinere 3m Kuppel für private Beobachtungen aufgestellt werden. Zur Zeit werden Zeichnungen für die Kuppelunterbauten erstellt. Baubeginn wird Januar 2013 sein.


Beide Kuppeln und die dazugehörigen Instrumente wurden im April/Mai auf Onjala aufgestellt und sind einsatzbereit. Bildergalerien zum Aufbau der Kuppeln und Instrumente sind hier zu sehen.
Im November erscheint die englische Übersetzung des Oculum Mondatlas bei dem renommierten Verlagshaus Cambridge University Press. Für mich eine große Auszeichnung, schaffen es doch nur wenige Amateur-Astrobücher eine Übersetzung ins Englische. Normalerweise ist es wohl eher umgekehrt.

The Cambridge Phtographic Moon Atlas und
hier einige Reviews dazu aus dem bekannten Blog Cloudy Nights Review aus Sky&Night und Review aus Observatory

... will be continued.

Die Treffen zur Gründung der Zeitschrift Sonne und später zur VdS Fachgruppe Sonne fanden immer Montag Abends nach der Arbeitsgemeinschaft der Wilhelm Förster Sternwarte in der Privatwohnung von Peter Völker in der Alboistraße in Tempelhof statt.

Sie dauerten häufig bis 3 oder 4 Uhr in der Frühe und das Bier floss in Strömen. Aus dieser Zeit stammt der nette Cartoon, den man hier in einer großen Version sehen können.


Hier noch zwei Bilder aus der Anfangszeit der VdS Fachgruppe Sonne, aufgenommen bei einer nächtlichen "Redaktionssitzung". Das Handbuch für Sonnenbeobachter war gerade eben gedruckt worden.
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